Oft fehlt uns die Zeit, der Stress im Büro erfordert eh schon Überstunden oder wir hetzen nach Hause und haben da noch eine Menge zu erledigen – die Zeit für berufliche und persönliche Fortbildungen ist äußerst limitiert.  Zudem sind Präsenzseminare oft teure Investitionen, die von der Firma nur meist nur einmal im Jahr pro Mitarbeiter angeboten werden. Da leisten nun Online-Angebote eine sinnvolle Abhilfe, denn sie sind zeitlich flexibel und in kleineren Happen abzuleisten. Auch wenn sie meist nicht so teuer wie die Präsenzveranstaltungen sind – auch sie kosten Geld und Zeit!

Es steht jedoch außer Frage, dass Weiterbildungen, (e-)Seminare und Online-Kurse wichtige Faktoren für unser berufliches Weiterkommen ist, denn die Halbwertzeit von Kompetenzen, sowohl fachlicher, aber auch persönlicher und methodischer – nimmt mit der dynamischen Entwicklung in der Wirtschaft rapide ab. Wir müssen uns weiterbilden, um am Puls der Zeit zu bleiben und für die neuen Herausforderungen wirksame Handlungsoptionen zu haben.

Die richtige Vorbereitung bereitet unser Hirn auf neue Impulse vor

Unser Hirn mag nicht so gerne neue Sachen aufnehmen und diese zu einer Verhaltens- oder Handlungsänderung werden lassen. Wenn wir aber unsere Neugier initialisieren und eine offensichtliche Wissenslücke für uns generieren, ist unser Hirn offener für neue Impulse und die Anwendung dieser. Denn durch die Wissenslücke sieht es ja eine klare Gefahr und eine Notwendigkeit für Neues. So schaffen wir schon vorab eine Grundlage, dass die Weiterbildung nachhaltig ist.

Was müssen Sie dafür tun? Sie fragen sich vorab, was Ihre Erwartungen und Ihre Ziele für diese Weiterbildung oder Online-Kurs sind. Zum einen können Sie so am Ende überprüfen, ob Sie Ihre Ziele erreicht und Ihnen die Veranstaltung etwas gebracht hat. Zum anderen helfen diese aufgeschriebenen Punkte das Hirn in diese Richtung zu öffnen und Notwendigkeit zu schaffen. Diese Fragen helfen Ihnen dabei, Ihre Erwartungen und Ziele festzulegen:

  • Was soll nach der Weiterbildung besser beherrscht oder besser verstanden werden? Was können Sie noch nicht?
  • Welche Kompetenzen und welche Methoden sollen erworben werden?
  • Welche Unsicherheiten möchten Sie beheben?
  • Welche Verbesserungen wollen Sie erreichen? Denken Sie an konkrete Aufgaben oder Situationen.
  • Welche individuellen Fragen möchten Sie beantwortet haben?
  • Was aus der Weiterbildung könnte hilfreich sein mit Blick auf Vorgesetzte, Kollegen oder das Unternehmen insgesamt?

Die klare Zielformulierung sorgt zudem dafür, dass Sie in der Fortbildung aktiver sind und Ihre individuellen Fragen oder Probleme ansprechen. Sie verlassen damit klar den inneren Berieselungsmodus, der dafür sorgt, dass das Seminar einfach nur so vorbeizieht und Sie entweder mit wenig neuem Wissen oder mit solchem, das Sie in Ihrer praktischen Arbeit nicht verwenden können.

Zur Vorbereitung gehört außerdem:

  • Sich vor dem Kurs richtig mit dem Inhalt auseinandersetzen, zum Beispiel mit dem Reflektieren der einzelnen Schwerpunkte, wie Sie sich dort einschätzen.
  • Eine kurze Aufstellung: „Das kann ich in dem Gebiet, das will ich lernen“.
  • Vorgesetzte, Kollegen und Freunde fragen: Was soll ich mitbringen?

Die richtige Nachbereitung verankert das Wissen und macht es anwendbar

Das persönliche Weiterbildungs-Notizbuch

Nach jeder Weiterbildung oder Wissensaneignung müssen wir aktiv etwas dafür tun, um das Gelernte nicht innerhalb kürzester Zeit wieder zu vergessen. Überlegen Sie mal, wie viel Sie noch von Ihren letzten drei Weiterbildungen sofort abrufbar parat haben. Oder von Ihrem zuletzt gelesenen Fachbuch.

Jetzt kommt es auf Sie an, die wichtigen Impulse und Inspirationen fest zu verankern. Und hier liegt ein Vorteil von Online-Kursen, denn wir können uns die Kapitel mehrmals anschauen oder eben genau den Part, den wir jetzt gerade brauchen. Sie können nochmal „nachschlagen“.

Zur Nachbereitung gehört:

  • Bewerten Sie den Kurs, das Seminar für sich. Was hat Ihnen gut gefallen, was nicht?
  • Ihre wichtigsten Lernimpulse aus der Maßnahme sollten Sie selbst schriftlich zusammenfassen. Entweder in einem eigenen Weiterbildungsbuch, in das all Ihre Lernimpulse dann kommen oder hierfür eignen sich auch digitale Tools wie evernote oder onenote
  • Überprüfung der Zielerreichung: Was habe ich erfahren? Was habe ich gelernt? Was habe ich ausprobiert? Was habe ich erreicht? Was fehlt noch?
  • Ganz wichtig: Sofort mit der Anwendung des Inhalts beginnen, um am Ball zu bleiben (72-Stunden-Regel)
  • Einen Go-real-Plan anlegen, was wollen Sie gleich in der nächsten Woche ausprobieren, was in zwei und was ist ihr Ziel in zwei Monaten. Hier setzen einen Marker in Ihren Terminkalender und überprüfen Ihren Stand.
  • Barrieren für die Umsetzung ansprechen und gegebenenfalls abbauen
  • Das Gelernte wiederholen, denn Lernen erfolgt durch Wiederholung
  • Reflexion, ob Arbeitsergebnisse verbessert oder neue Aufgaben bewältigt werden

Die Nachbereitung ist äußerst wichtig, damit Sie wirklich etwas von der Weiterbildung haben, denn zu meinen, dass das bloße Zuhören und Mitmachen im Seminar ausreichen, um etwas gelernt und sich weiterentwickelt zu haben, entspricht nicht der Realität.

Mit diesen Tipps sind Sie gut aufgestellt, in Zukunft wirklich viel für sich persönlich aus Weiterbildungsmaßnahmen herauszuholen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Anwendung!